📜 Szene: "Echo aus Nebelglas

 📜 Szene: "Echo aus Nebelglas" 



Yami-no-Kage-Patrouillenschiff „Kureha“ – Schlafkammer 6-A


Das Licht flackert. Nur einmal. Dann bleibt es ruhig.


Shigure sitzt. Rücken gerade. Die Scheide ihres Schwertes liegt quer auf den Knien. Ihre Hände ruhen darauf wie auf einem Altar. Die Haut ist kalt. Der Stahl auch.


Keine Stimmen im Funk. Keine Befehle. Nur das Dröhnen des Reaktors in der Tiefe des Schiffes – wie der Herzschlag eines schlafenden Tiers.


Sie schließt die Augen.


Dunkelheit.


Und dann: Nebel.

Ein Raum.

Alt. Nass. Voll Stille.


Ein Kind.


Nicht mehr als neun. Dreckige Finger. Große Augen. Ein Blick, der sie nie verlassen hat – obwohl sie ihn längst hätte vergessen sollen.


> „Bist du der Wind?“




Sie hatte nicht geantwortet. Konnte nicht.


Der Befehl war klar.

Aber sie hatte ihn nicht ausgeführt.

Nur gestanden. Gesehen. Geatmet.

Und gegangen.


Damals dachte sie, sie sei unbemerkt geblieben.


Jetzt weiß sie es besser.


Manche Schatten folgen nicht. Sie warten.


Und kehren zurück, wenn man längst gelernt hat, sie zu verdrängen.


Sie öffnet die Augen.


In der Reflektion des Metalls: eine Bewegung. Keine Bedrohung. Nur Erinnerung.


Shigure sagt nichts. Sie ist allein. Und trotzdem nicht.


Der Reaktor pulsiert weiter.

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