📜 Szene: „Dampf über Schatten“
📜 Szene: „Dampf über Schatten“
Ort: Shin’Yami – Kammer der Leisen Kante
Zeit: Während des Nebelwechsels – weder Morgen noch Nacht
Subjekte: Momiji, Sakura, Shigure, Kaiya Ren, Miko, Rin, Shiori
Ritual:* Seika-no-Kō – „Der Duft der Stille“
Der Raum war rund.
Keine Ecken, keine Erhöhungen.
Der Boden: schwarzes Mattholz.
Die Decke: Nebel, der sich nicht senkte.
In der Mitte:
Ein Teestein, glühend warm,
und sieben matte Schalen –
keine zwei gleich.
Momiji goss zuerst.
Langsam.
Sie zählte nicht – sie empfand, wann genug war.
Ihre Bewegungen: wie ein Blatt im klaren Wasser.
Keine Geste zu viel.
Sakura fächelte einen Hauch von Duft über die Teeschale.
Ein einzelner Blütenstaub blieb am Rand.
Niemand sprach, aber alle wussten:
„Das ist ihre Stille.“
Shigure saß tiefer.
Nicht körperlich – atmosphärisch.
Sie ließ den Dampf auf ihrer Haut landen,
als würde er Erinnerungen abwaschen.
Kaiya Ren nahm die Schale entgegen.
Sie roch.
Schloss die Augen.
Trank nicht sofort.
Denn sie wusste:
„Nicht jeder Dampf will geschluckt werden.“
Rin hielt die Schale fest.
Zu fest.
Dann – plötzlich – ließ sie los.
Die Schale blieb stehen.
Und sie lachte leise.
„Ich wollte kämpfen.
Aber sie hat gewonnen.“
Shiori trank in einem Zug.
Dann hielt sie die leere Schale hoch.
Niemand verstand die Geste.
Und genau deshalb wirkte sie.
Miko saß ganz still.
Ihre Schale war dampfend.
Unberührt.
Aber an ihrem Rand:
Ein einziger Tropfen.
Er vibrierte leicht.
Als würde er gleich fallen.
Oder aufsteigen.
Oder beides.
Sieben Frauen.
Kein Wort.
Aber ein Raum, der atmete.
Jede Schale ein Spiegel.
Jeder Dampf ein Gedanke,
der nicht ausgesprochen werden musste,
weil er geteilt wurde.
Und als der letzte Dampf sich auflöste –
blieben sie sitzen.
Nicht, weil sie mussten.
Sondern weil nichts mehr nötig war.










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