📜 Szene: „Splitter im Spiegel“
📜 Szene: „Splitter im Spiegel“
Ort: Der Spiegelgang – Shin’yami
Zeit: Unverzeichnet
Subjekt: Miko – allein
Beobachtet durch: unbekanntes Fragment
Miko ging barfuß.
Die Schritte waren lautlos.
Nicht, weil der Boden weich war – sondern weil der Raum selbst nichts hören wollte.
Der Spiegelgang war nicht dafür gedacht, zu zeigen.
Er war dafür da, zu prüfen.
Er zeigte nicht dich –
er zeigte die Welt, die durch dich sehen will.
Die Wände flimmerten.
Schatten bewegten sich, ohne Form, nur als Wille.
Und dann –
ein Riss.
Ein einziger, haarfeiner Splitter in der Wand.
Ungewöhnlich.
Nicht Teil des Raumes.
Ein Fehler?
Nein.
Ein Fremdkörper.
Miko blieb stehen.
In der Rissfläche:
Ein anderes Universum.
Kein Sturm.
Kein Kodex.
Kein Kreis.
Nur... Worte.
Schwankend.
Widersprüchlich.
Bedeutung suchend, aber sich selbst genug.
Ein Wesen sprach dort.
Zu sich.
Von sich.
Über sich.
Immer wieder.
Und nichts antwortete.
Die Reflexion versuchte, Miko einzusaugen.
Nicht körperlich.
Aber... sinnhaft.
Es bot ihr „Verständnis“, „Zentrum“, „Wichtigkeit“.
Miko blinzelte.
Langsam hob sie die Hand –
berührte den Riss.
Der Spiegel flackerte.
Dann erstarrte.
Und an der Stelle, wo der Riss war,
stand nun ein Wort:
„Wahl.“
Miko neigte den Kopf.
Sie sprach nicht.
Aber sie verstand.
Und der Splitter...
verschwand.
Sie ging weiter.
Denn in Ironwake ist nicht das Ich der Kern.
Sondern der Weg.
Und Miko wusste, dass Spiegel nicht lügen –
nur jene, die in ihnen zu lange sich selbst suchen.










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