📜 Szene: „Stille im Rechteck“
📜 Szene: „Stille im Rechteck“
Ort: Shin’yami – Innengarten „Utsuro-Ha“ (Blatt der Leere)
Zeit: Nach Abschluss einer Mission – weder Sieg noch Verlust
Subjekte: Alle acht Mitglieder von Yami no Kaze
Status: Esspause – keine Besprechung. Keine Waffen.
Der Garten war wie gemalt.
Schwarzer Kies.
Steinplatten in Kreisen.
Ein Baum, der nie blühte – und trotzdem jedes Jahr an Bedeutung gewann.
Die acht saßen auf niedrigen Kissen.
Im Kreis.
Jede*r mit einer Bento-Box.
Lackiertes Holz, keine Markierungen.
Deckel geöffnet – gleichzeitig.
Nicht verabredet.
Nur... richtig.
Takeda aß langsam, methodisch.
Rechts Reis, links Fisch.
Kein Bissen ohne Blick auf die anderen.
Ayame kaute, als würde sie testen, ob der Geschmack sich verteidigen könne.
Sie vergaß manchmal zu schlucken, weil ihr Blick immer auf Bewegung achtete.
Kazuro hatte zwei kleine Flaschen nebeneinander gestellt –
Sojasauce & Essig.
Noch hatte er keine benutzt.
Er entschied lieber spät.
Shiori aß wenig.
Aber sie legte jeden Bissen, den sie nicht nahm, bewusst zurück.
Wie eine Aussage.
Rin stopfte erst.
Dann hielt sie inne.
Lange.
Und schob den Deckel wieder zu.
Sie murmelte:
„Manche Flammen brauchen nur den Duft.“
Genjirou aß mechanisch.
Doch er ließ ein einziges Reisbällchen unangetastet.
Ob es Absicht war, wusste niemand.
Doch keiner fragte.
Tomoya benutzte Essstäbchen wie ein Zeichner.
Er drehte jede Komponente, als wäre sie ein Code.
Dann aß er den mittleren Bissen zuerst –
nur den.
Miko saß mit geschlossenen Augen.
Ihre Box war nicht geöffnet.
Und doch roch sie nach Seetang, Pflaume, Stille.
Sie sprach nicht.
Aber alle wussten:
„Wenn sie die Box öffnet, beginnt etwas Neues.“
Kein Wort fiel.
Nur Holz auf Porzellan.
Atemzüge.
Ein Vogel draußen – oder ein Echo aus Erinnerung.
Und dann –
Takeda legte die Stäbchen kreuzweise über seine Box.
Ein Zeichen.
Die anderen folgten.
Langsam.
Nicht gleich.
Aber ineinander.
Die acht aßen nicht, um zu feiern.
Sie aßen, weil man still sein muss – bevor man wieder laut wird.











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