📜 Szene: „An der Stelle, wo keine entscheiden – und doch alles geschieht“
📜 Szene: „An der Stelle, wo keine entscheiden – und doch alles geschieht“
Ort: SHIN’YAMI – Spiegelkammer der Äußeren Stille
Zeit: Nicht katalogisiert
Subjekte: Kaiya Ren, Miko, Rin, Shiori
Es war kein Raum für Treffen.
Es war ein Ort, der nicht antwortete,
es sei denn, alle Anwesenden wussten, dass sie nicht bleiben dürfen.
Kaiya stand bereits da.
Sie war nicht gerufen worden.
Sie kam, weil etwas brannte, das kein Feuer war.
Rin trat ein.
Nicht wütend.
Aber mit Schultern, die wussten, dass Waffen nie ganz aus der Hand fallen.
„Du bist zurück.“
Kaiya nickte.
„Bin ich je wirklich gegangen?“
Shiori war schon da, in einer Ecke,
ihr Blick wanderte über beide –
wie über ein Gedicht, das sie auswendig kannte,
aber jedes Mal neu las.
„Ihr seid Klingen.
Aber eine davon will nicht mehr schneiden.“
Kaiya reagierte nicht.
Miko trat zuletzt ein.
Nicht leise.
Nicht laut.
Nur richtig.
Ihr Blick ging nicht zu Kaiya.
Nicht zu den anderen.
Sondern zur Wand.
Dort, wo sich kein Spiegel zeigte –
aber vier Silhouetten formten sich in Nebel.
Alle unterschiedlich.
Alle gleich weit voneinander entfernt.
Miko:
„Vier sind keine Linie.
Aber ein Kreis,
wenn keiner spricht.“
Stille.
Kaiya legte die Hand auf ihre Maske.
Nicht zum Abnehmen.
Nur zum Erinnern, dass sie da war.
Rin ballte kurz die Faust.
Dann öffnete sie sie.
Shiori lächelte.
Nicht spöttisch.
Sondern bereit.
Kaiya:
„Was wollt ihr von mir?“
Miko:
„Nichts.
Aber wir wollen, dass du bleibst –
bis du gehst.“
Keine Reaktion.
Nur Atem.
Dann sagte Rin:
„Wenn du kämpfst,
tut’s weh, dir nicht zu helfen.“
Kaiya:
„Ich kämpfe besser, wenn niemand hilft.“
Shiori:
„Aber was, wenn wir nur schauen?“
Kaiya zögerte.
Dann:
„Dann sieht ihr mich sterben.
Oder nicht.“
Miko:
„Und wenn wir dich erinnern,
nachdem du gehst?“
„Dann… seid ihr mehr, als ich zugelassen hätte.“
Ein Moment.
Dann trat Kaiya näher.
Ein paar Schritte.
Nicht zu nah.
Sie reichte keine Hand.
Sie verneigte sich nicht.
Aber sie blieb.
Länger als sonst.
Und als sie ging,
ließ sie eine Linie aus Asche zurück –
gerade.
Verblassend.
Aber sichtbar.
Vier Frauen.
Keine Hierarchie.
Nur gegenseitige Erlaubnis –
sich nicht zu verlieren.











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