📜 Szene: „Der Stuhl ohne Schatten“
📜 Szene: „Der Stuhl ohne Schatten“
Ort: Festung VARGHEIM – Raum 23-B / „Schildstille“
Subjekt: Draxin Morn
Beobachter (verdeckt): Sigrid Varngard
Der Raum war leer.
Ein Stuhl.
Ein Helm auf dem Tisch.
Ein Splitter Eisen im Boden, der nie entfernt wurde.
Er war nicht Teil des Raumes.
Aber niemand wagte, ihn zu ziehen.
Draxin saß.
Nicht weil er müde war.
Nicht weil er wartete.
Sondern weil etwas in ihm sagte: Heute nicht.
Er starrte auf seine Hände.
Nicht auf Narben.
Auf Linien.
„Ich wurde gebaut, um zu stehen.
Aber wenn ich sitze... denkt mein Körper.“
Das sagte er einst zu Garik.
Heute war niemand da, dem er es sagen konnte.
Er atmete. Langsam.
Sein Blick ruhte auf dem Helm.
Nicht seinem.
Ein altes Modell.
Abgeschliffen.
Mit der Gravur: „Vorrang – niemals zurück.“
Er hatte diesen Soldaten nicht gekannt.
Aber er hatte ihn getragen.
Stückweise.
Als Fleisch.
Als Schmerz.
Als Weitergehen.
Die Tür war halb offen.
Sigrid stand dort.
Unsichtbar für ihn.
Sichtbar für diesen Moment.
Sie sagte nichts.
Aber sie wusste:
Wenn der Schild sitzt,
dann wehrt er nicht ab –
dann hält er Erinnerung.
Sie ging nicht.
Sie störte nicht.
Sie war nur da.
Und als Draxin den Helm nahm, ihn kurz anhob –
um ihn wieder zu senken –
lächelte er.
Ein Mal.
Kurz.
Wie ein Fels, der sich für einen Gedanken neigt.
Und niemand wird je wissen,
was er in diesem Moment gedacht hat.
Aber alle werden wissen,
dass der Stuhl wieder leer ist –
und dass Draxin danach stand.











Kommentare
Kommentar veröffentlichen